Pinterest – der heimliche Content-King

23. Apr. 2021 | Allgemein, DDV Media Aktuell, Digital

Warum ist Pinterest der heimliche und oft zu wenig beachtete King im Social-Media-Dschungel? Dieser Beitrag beschreibt die wichtigsten Fakten rund um Pinterest – mit praktischen Beispielen und Tipps, wie Nutzer gezielt nach Interessen angesprochen werden.

Pinterest wird oft übersehen. Warum eigentlich? Schließlich hat die Plattform allein in Deutschland etwa 13 Millionen aktive Nutzer jeden Monat. Das soziale Netzwerk boomt und wird unter Insidern als Suchmaschine der Zukunft gehandelt.

 

Wie funktioniert Pinterest?

Die Bildersuchmaschine startete offiziell im Jahr 2010, damals noch für einen geschlossenen Nutzerkreis und nur mit exklusiver Einladung. Seit 2015 steigt die Zahl der Nutzer rasant und damit wird Pinterest zu einem immer wichtigeren Kanal. Regelmäßig werden neue Features präsentiert und mit kreativen Bild- sowie Videoformaten stellt das Netzwerk eine Vielzahl von Möglichkeiten bereit. Das Prinzip der Plattform ist ebenso simpel wie genial: Menschen suchen dort nach Geschenkideen, nach Einrichtungsinspirationen, dem nächsten Reiseziel oder ganz einfach nach leckeren Rezepten. Das funktioniert so: Nutzer posten oder teilen Bilder, Grafiken oder Videos auf Boards, also Pinnwänden, um sie anderen zu zeigen. Diese Inhalte können auch Verlinkungen zu anderen Webseiten oder Shops enthalten. Für die Community stehen die kreativen Impulse im Vordergrund, die sie aus den Pins anderer Nutzer gewinnen und eben nicht die Kaufabsicht. Das Kauf- oder Markeninteresse wird erst auf den zweiten Blick geweckt und davon profitieren dann Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen auf extern verlinkten Seiten anbieten. 

DDV-Media - Pinterest - Blogbeitrag - Bild: Frau schaut auf ein Whiteboard

Nachdem das Netzwerk längere Zeit vor allem in den USA prominent vertreten war, werden in Deutschland mittlerweile monatlich etwa vier Millionen Pins von Nutzern gespeichert. Pinterest möchte Menschen inspirieren und einen kreativen Wohlfühlraum schaffen. Im Vordergrund stehen weniger die einzelnen Menschen hinter den Profilen oder der Kontakt zu Personen aus dem eigenen Bekanntenkreis, wie es beispielsweise bei Facebook oder Instagram der Fall ist. Vielmehr schauen sich Nutzer auf Pinterest ganz bewusst nach neuen kreativen Impulsen um, gehen eigenen Interessen nach oder wollen sich beraten lassen.

 

Warum Pinterest Marketing ideal für Unternehmen ist

Die digitale Pinnwand bietet den Nutzern eine besondere Erfahrung: 98 Prozent probieren Dinge aus, die sie auf Pinterest sehen. Für viele Menschen ist die Plattform eine Entscheidungshilfe und die zahlreichen Inspirationen bestärken ihre Kaufabsicht. Doch was ist das Erfolgsrezept von Pinterest? Die Verbindung von Produktdarstellung, Vermarktung und E-Commerce.

Diese Vorteile bietet Pinterest Marketing für Unternehmen:

  • Die richtigen Menschen erreichen: 55 Prozent der Nutzer besuchen Pinterest mit einer Kaufabsicht – weit abgeschlagen folgen Facebook und Instagram. Dort sind es lediglich zwölf Prozent.
  • Traffic für die eigene Seiten steigern: Viele Online-Händler generieren einen großen Teil ihres Traffics über Pinterest. Die Plattform funktioniert ähnlich wie eine Suchmaschine und so kommen User ganz automatisch auf die Website oder den Shop eines Anbieters. Je mehr Pins mit Marken oder Produktbezug die Community pinnt, desto mehr Traffic fließt auf die zugehörigen Unternehmens-Webseiten. Produkteinführungen und Imagekampagnen lassen sich damit zusätzlich unterstützen und erhalten größere Aufmerksamkeit. Wichtig: Nutzer sind besonders aktiv, wenn sie einen direkten Mehrwert erkennen.
  • Mögliche Umsatzsteigerung: Hoher Website-Traffic ist ein wichtiger Schlüsselfaktor, um den Umsatz zu steigern: dazu einfach den Link zum Onlineshop in den eigenen Pins platzieren. Mit einem Klick auf einen Pin signalisiert der Nutzer Interesse. Der Weg zum Produkt ist damit geebnet.
  • Werbeanzeigen sind lange sichtbar: Ein Pin hat eine durchschnittliche Lebensdauer von rund dreieinhalb Monaten und ist damit deutlich länger sichtbar als ein organischer Beitrag auf Facebook (5 Stunden) oder Instagram (21 Stunden). Die Pins sind nicht nur auf der Plattform selbst zu finden, sondern haben auch eine hohe Relevanz für andere Suchmaschinen wie Google. Die Werbewirkung ist enorm – nahezu die Hälfte aller Anzeigen werden von den Nutzern nicht als Werbung wahrgenommen.

Shoppen auf Pinterest fühlt sich an wie Stöbern in einem klassischen Katalog: Die Katalog-Funktion, mit der Unternehmen ihre Produkte hochladen und daraus Shopping-Anzeigen erstellen können, gibt es bereits seit 2019. Mittlerweile ist Pinterest vor allem auch eine Videoplattform: Täglich werden rund eine Milliarde Videos auf der Plattform angeschaut. Die View Through Rate ist dabei dreimal höher als auf anderen sozialen Netzwerken – die Videos werden also auch tatsächlich gesehen. Die View Through Rate misst dabei, ob die Zuschauer ein Video bis zum Ende geschaut haben – ein Indikator für Qualität und Relevanz. Pinterest zeigt die Video-Pins ganz oben in den Suchergebnissen und räumt ihnen auch auf den Pinnwänden einen prominenten Platz ein.

Im März 2021 hat die visuelle Suchmaschine neue Funktionen präsentiert. Eine der jüngsten Neuerungen dürfte vor allem Werbekunden begeistern: Videoanzeigen können zielgruppengenau ausgespielt werden. Im Homefeed werden Videos den Personen angezeigt, die sich anhand von Demografie, Interesse oder Kategorie am meisten dafür interessieren könnten.

 

DDV-Media - Pinterest - Blogbeitrag - Bild: Frau schaut auf ein Whiteboard

Mit Storytelling auf Pinterest die eigene Zielgruppe erreichen – so geht’s:

Ein gutes Mittel sind Pins, die zwar auf den ersten Blick nicht eindeutig mit dem eigenen Produkt in Verbindung gebracht werden, aber dennoch einen Bezug zur Marke transportieren. Mit den eigenen Beiträgen lässt sich eine interessante Geschichte erzählen. Wie das geht? Ikea macht es vor: 600.000 Menschen folgen der Marke auf Pinterest und mehr als 10 Millionen schauen sich jeden Monat einzelne Posts an. Möbel stehen dabei nicht immer im Vordergrund: 2018 setzte Ikea auf Pinterest die Kampagne „Gemütliche Weihnachten“ um. User wurden animiert, ihr ideales Weihnachtswohnzimmer auf persönlichen Pinnwänden zu kreieren. Eine einfache Story: Menschen sehnen sich nach Entschleunigung in der Weihnachtszeit – Ikea griff dieses emotionale Bedürfnis der Zielgruppe auf.

Besonders freuen konnte sich die Möbel-Community über attraktive Gutscheinverlosungen. Nach Ablauf der Kampagne hatte sich die Follower-Zahl von Ikea verdoppelt. Um neue Personen zu erreichen und die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen, sind Hashtags und Keywords auch auf Pinterest relevant. Fotos sollten mit passenden Hashtags – maximal drei – und die Pinnwand- und Profilbeschreibungen mit den richtigen Keywords versehen werden. So wird der Content innerhalb und außerhalb der eigenen Community besser auffindbar.

Der Aufbau und die kontinuierliche Pflege des eigenen Profils sind wichtige Bausteine des Erfolgs. Nichts zieht Nutzer mehr an, als eine Pinnwand, die regelmäßig mit spannenden neuen Inhalten bestückt wird. Es ist sinnvoll, sich aktuellen Trends zu bedienen oder passendes zur Jahreszeit vorzustellen. Auch der Möbel- und Wohnaccessoire-Ausstatter Westwing setzt auf saisonale Trends wie Weihnachten, Sommer oder Ostern. Das Unternehmen vermittelt den Nutzern beispielsweise echte „Frühlingsgefühle“ und taucht tief in das Thema ein. Neben Produktempfehlungen erhalten die Besucher des Pinterest-Profils Anreize zum Bepflanzen des Balkons oder Anleitungen zur Gestaltung des Gartens.

 

Welche Zielgruppen nutzen Pinterest?

Bislang spricht Pinterest eher eine weibliche Zielgruppe an, die etwas älter ist als die Nutzer auf TikTok und Snapchat. Doch allein im Jahr 2020 verjüngte sich die Altersgruppe der Anwender und die Plattform verzeichnete einen Zuwachs von 45 Prozent bei der Generation Z. Die Teenager und jüngeren Erwachsenen bis Anfang zwanzig interessieren sich insbesondere für das Thema Reisen. Die wachsende männliche Zielgruppe nutzt die Bildersuchmaschine, um sich beispielsweise zu den Themen berufliche Ziele und persönliche Finanzen inspirieren zu lassen.

Unternehmen, die wissen, wonach potenzielle Kunden suchen und wofür sie sich interessieren haben große Chancen, bei ihrer Zielgruppe erfolgreich zu sein.

 

Auf den Punkt gebracht – Pinterest lohnt sich!

Viele fragen sich vermutlich, ob Sie Zeit und Engagement in die Bildersuchmaschine stecken wollen. Die Corona-Pandemie erfordert kreative Lösungen – vor allem im Einzelhandel. Der Online-Handel profitiert besonders. Das wirkt sich auch positiv auf Pinterest aus, weil eine direkte Brücke von der Plattform zu Produkten in den Online-Shops geschlagen wird. Durch Schließungen der Geschäfte und Click & Meet hat sich das traditionelle, persönliche Einkaufserlebnis im stationären Einzelhandel völlig verändert. Mit sozialen Netzwerken wie Pinterest wird ein positives Kundenerlebnis geschaffen, auch wenn der direkte persönliche Kontakt zwischen Kunde und Marke momentan stark begrenzt ist. Menschen kaufen dann, wenn sie Vertrauen zur Marke und in deren Produkte haben. Und das erreichen Marken, in dem sie dort sind, wo sich ihre Zielgruppe aufhält und den Menschen an diesem Kontaktpunkt zeigen, wie sie ihre Ideen verwirklichen können. Der Erfolgsschlüssel für Unternehmen? Ganzheitliche Kommunikationsstrategien und detailliertes Wissen über die eigene Zielgruppe. Welches Alter, welche Vorlieben und welche Wünsche oder Probleme hat die Zielgruppe? Und wie kann ich Antworten und Lösungen bereitstellen? Pinterest ist viel mehr als eine Pinnwand. Es geht darum, die Wünsche der Nutzer zu erkennen, sie an die Hand zu nehmen und ihnen die passenden Lösungen anzubieten. Für eine Marke ist es die Chance, eine Geschichte rund um die eigenen Produkte zu erzählen und mehr Traffic für den eigenen Onlineshop zu generieren. Den Zugang zu Millionen potenzieller Kunden, die sich unterhalten und inspirieren lassen wollen, gelingt über relevante Inhalte. Das lockt Nutzer in den Shop – ohne Medienbruch. Wichtig: Ästhetik und Inspiration stehen im Fokus, mit aufdringlicher Werbung sollte man sich zurückhalten. Vielmehr kommt es darauf an die Beziehung zwischen Kunde und Marke zu stärken. Der Content-King Pinterest unterstützt dies mit seinen zahlreichen Möglichkeiten, um Produkte und Dienstleistungen aufmerksamkeitsstark zu vermarkten.

Haben Sie Fragen zur Nutzung von Pinterest oder interessieren Sie sich allgemein für strategische Konzepte rund um die sozialen Medien? Wir stehen Ihnen jederzeit zur Verfügung. Schreiben Sie eine E-Mail an unsere Expertin für strategische Markenkommunikation Lisa Weidner. Wir überlegen gern gemeinsam, wie wir kreative Lösungen für Ihre Fragestellungen entwickeln können.

Hier finden Sie alle Beiträge aus unserer Social-Media-Reihe:

Clubhouse

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Einführung in die sozialen Netzwerke

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