SZ unter Druck

Die Lage der Sächsischen Zeitung 2022/2023

Wie bereits im Abschnitt zur allgemeinen Entwicklung der deutschen Zeitungs-Verlags-Landschaft umrissen, befindet sich auch die Sächsische Zeitung seit Jahren in einer Krise.
Jährlich sinken die Abonnenten und Auflagen. Die jüngsten wirtschaftlichen und (welt)politischen Ereignisse, Kriege und Krisen führen zudem zu zunehmendem Wirtschaftlichem Druck. Zu nennen sind hier beispielhaft die hohen Kosten für Energie und Papier, die den Druck der Zeitung verteuern sowie der steigende Mindestlohn, der die tägliche Zustellung vor große Herausforderungen stellt.

Insgesamt übersteigen die Kosten die Erlöse der Sächsischen Zeitung aktuell um etwa 5 Mio. €

Abb. 8: Gegenüberstellung von Kosten und Erlösen der Sächsischen Zeitung 2022, Führungskräftetreffen Juni 2023

Die Grafik zeigt anschaulich die oben beschriebene Problematik: Zustellung, Druck und Papier erzeugen steigende Kosten, die in Summe mit den Kosten für Redaktion, Vermarktung, Vertrieb, Technik, Marketing und Verwaltung die Summe aus Vertrieb und Vermarktung auf der Erlösseite übersteigen. Die Lücke wächst mit steigenden Kosten und sinkender Auflage zusehends.

Wie kann eine wirtschaftlich stabile Zukunft der Sächsischen Zeitung aussehen?

Um die Kosten-Erlös-Struktur langfristig zu stabilisieren und in ein gewinnbringendes Verhältnis zu verschieben, bei dem die Erlöse die Kosten wieder übersteigen, kommen, ökonomisch betrachtet, zwei Möglichkeiten in Frage:

  1. Erlöse steigern
  2. Kosten senken

Die erste Option muss als unrealistisch verworfen werden. Unter Anbetracht steigender Inflation und Lebenshaltungskosten sind die meisten Haushalte in der Region gezwungen, zu sparen. Eine Zeitung ist im täglichen Leben entbehrlich. Abonnements werden gekündigt. Eine Steigerung der Erlöse wäre aber nur durch den Zugewinn von Abonnenten und/oder einer Preissteigerung realisierbar. Eine Preissteigerung hingegen würde zu seiner steigenden Quote an Abbestellungen führen.

Bleibt einzig, an der Kostenstruktur zu arbeiten.
Die Kosten für Redaktion, Vermarktung, Vertrieb, Technik, Marketing und Verwaltung können allenfalls bis zu einer Grenze reduziert werden, ohne die Arbeitsfähigkeit über die Maßen zu beeinträchtigen. Die Geschäftsführung sieht hier bis 2030 Einsparungen von 25 % auf einen Gesamtbetrag von 34 Mio. € vor5.

Die größten Kostentreiber werden dagegen auch in den kommenden Jahren die Zustellung sowie Druck und Papier sein. Diese Posten sind zudem von einer enormen Unsicherheit in der weiteren Entwicklung betroffen. Lösung kann hier langfristig einzig die Einstellung der gedruckten Zeitung und die Verlagerung des Geschäfts auf 100% Vertriebserlöse aus digitalen Abonnements sein. Dieser Schritt wird von der Geschäftsführung mit Stand 2023 etwa für das Jahr 2030 prognostiziert.