Entwicklung digitaler Angebote

Wenn die Tage der gedruckten Zeitung (womöglich) gezählt sind, wo liegt dann die Zukunft?

Hier sind wir wieder beim Stichwort „digitaler Wandel“.

Das Internet mausert sich in der jüngsten Vergangenheit zum Hauptinformationsmedium. Während die Hauptinformationsquellen der acht bis 24-jährigen Deutschen 2013 noch die analogen Medien Fernsehen, Radio und Zeitung waren (58 % gaben dies an), informierten sich 2021 schon 95% der Deutschen zwischen 8 und 24 Jahren über das Internet und Social Media, während nur noch 30% analoge Medien als Hauptinformationsquelle nannten (Mehrfachnennung in der Befragung möglich).

Abb. 6: Abgaben zur Hauptinformationsquelle, Altersgruppe 8-24 Jahre, Angabe in %

Moderne Technologien und passende Infrastrukturen ermöglichen den Weg der gedruckten Zeitung in die Hosentaschen der Nutzer. Ob der Hochpunkt dieser Entwicklung 2022, wie in der folgenden Abbildung zu sehen, bereits überschritten war, bleibt abzuwarten. Vermutlich werden digitale Medien aber für die nächsten Jahrzehnte auf dem heutigen Relevanz-Niveau bleiben. Zusätzlich werden immer größere Teile der Gesellschaft (bezogen auf das Alter der Nutzer) ihre Informationsgewohnheiten hin zu digitalen Angeboten verschieben.

Information ist aber nicht gleich Information. Fake News2, Clickbait3 und fragwürdige Quellen führen zu Falschinformationen der Nutzer. Es soll also festgehalten werden, dass die Aufgabe von Journalismus aktuell (auch) darin besteht, seriöse Informationen im Netz anzubieten.

Ein kleiner Ausflug in die Geschichte:

Am 25. Oktober 1994 ging Der Spiegel als weltweit erstes Nachrichtenmagazin als Spiegel Online online. Zunächst konnte man als Leser auf der Seite noch keine Nachrichten vorfinden, lediglich Kontaktmöglichkeiten und einige wenige Inhalte. Einen Tag später folgte das Time Magazine. Als erstes reine Online-Nachrichtenportal, das nicht mit einem Printmedium verbunden ist, ging am 1. Februar 2000 das lokale Nachrichtenportal ka-news.de in Karlsruhe online. Im November 2000 folgte die Netzeitung als erste bundesweit erscheinende reine Online-Zeitung, sie erschien bis 2009.

In diese Auflistung reihen sich seitdem (nahezu) alle deutschen Tageszeitungen ein, die ihre Nachrichtenportale meist unter der URL „Zeitungsname“-online.de und parallel zur gedruckten Zeitung anbieten. So ging die digitale Variante der Sächsischen Zeitung, sz-online.de, am 11. November 1996 online.

Gemein war diesen frühen Nachrichtenportalen von regionalen Tageszeitungen die reine Kopie der gedruckten Inhalte ins Internet. Up-to-date geht anders…
Und genau dies fordern die Nutzer im Wandel der Zeit und der Möglichkeiten: Immer schneller, immer unmittelbarer müssen Informationen, Skandale und Promi-News verfügbar sein.
Der schnellste Anbieter mit den besten Bildern und Videos gewinnt das Rennen um die Klicks.
Zeitungsinhalte mit Nachrichten vom Vortag im Internet wurden im Laufe der 2000er von Newsportalen aus der Boulevardsparte überholt.

Mit Sächsische.de startete die DDV Mediengruppe als einer der Vorreiter in der deutschen Verlagslandschaft am 23. November 2018 ein Nachrichtenportal der neuen Generation. Nachrichten aus der Region schnell und unmittelbar für die digitalen Nutzer produziert und am Folgetag auf Papier als Sächsische Zeitung gedruckt, gewinnt die Digital-Strategie auch bei uns seitdem zunehmend an Bedeutung. Das Ziel ist nicht weniger als ein kostenpflichtiges Online-Premium-Angebot, um Umsätze neben Werbung auch über journalistische Inhalte zu erzielen.

E-Paper als „Einstiegs-Angebot“

Alternativ bieten Zeitungen häufig ihre Inhalte parallel als E-Paper an. Dieses Format kann als Brücke zwischen Print und Digital betrachtet werden und bietet häufig insbesondere weniger technik-affinen Nutzern einen Einstieg in die digitalen Zeitungsinhalte.

Aktuell gibt es in Deutschland schätzungsweise rund 3 Mio. verkaufte E-Paper pro Erscheinungstag. Die meisten davon im regelmäßigen Abonnement.

Abb. 7: Entwicklung der Auflage deutscher Tageszeitungen im E-Paper von 2010 bis 2022

Die Digitale Strategie der Online Redaktion der Sächsischen Zeitung mit E-Paper und Sächsische.de fasst im Video-Interview Maximilian Helm, Leiter Online-Redaktion zusammen.